Bank- und Kapitalanlagerecht

P&R–Container: Haftungsrisiken für Anlagevermittler und Anlageberater?

RA Axel Boesenberg
29.3.2018

Sachverhalt

P&R, der Marktführer für Direktinvestitionen in Seecontainer, ist zahlungsunfähig. Jedenfalls betrifft dies die P&R-Container-Vertriebs- und Verwaltungs- GmbH, die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs- GmbH und die P&R Container Leasing GmbH. Insgesamt könnten 50.000 Investoren mit einer Anlagesumme von ca. 3,5 Milliarden Euro betroffen sein. Für Anlagevermittler und Anlageberater, die Investitionen bei P&R vermittelt haben, stellt sich nunmehr die Frage einer etwaigen Haftung. Insbesondere kann sich neben einer möglichen individuellen Pflichtverletzung bei der Vermittlung die Frage nach der Plausibilität der Anlage stellen.

Empfehlung:

Nach Auffassung unserer Experten für das Bank- und Kapitalmarktrecht waren die P&R Container Direktinvestitionen aus damaliger Sicht als plausibel für Vermittler und Berater einzuschätzen. Die Unternehmensgruppe P&R besteht seit Jahrzehnten. Als erstes Unternehmen wurde 1975 die P&R GmbH gegründet. Seit über 35 Jahren liefen die Containerinvestitionen bei P&R problemlos. Die vertraglichen geschuldeten Auszahlungen wurden vertragsgemäß und pünktlich geleistet. Auch in der nach dem BGH zu berücksichtigenden Fachpresse gab es keine validen Anhaltspunkte dafür, dass es den jeweiligen Investitionen bei P&R an einer wirtschaftlichen Tragfähigkeit fehlen könnte. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Renditen bei den Containerangeboten von P&R in den letzten Jahren entsprechend der Kapitalmarktentwicklung abnahmen.

Zudem ist das zugrundeliegende Geschäftsmodell – Kauf, Vermietung und Rückkauf von Containern – grundsätzlich ein einfach strukturiertes, wirtschaftlich einleuchtendes und gut zu verstehendes Modell (wie von einigen Landgerichten bereits in Bezug auf vergleichbare Edelholzdirektinvestitionen festgestellt wurde).

Vor dem Hintergrund der derzeit verfügbaren Informationen fehlte es den Containerinvestitionen bei P&R nach diesseitiger vorläufiger Einschätzung nicht an der wirtschaftlichen Tragfähigkeit. Jedenfalls gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, dass Anlagevermittler oder Anlageberater den Verdacht hätten schöpfen müssen, die Containerinvestitionen seien nicht plausibel.

Für weitere Informationen stehen Rechtsanwältin Eiben und Rechtsanwalt Boesenberg gerne zur Verfügung.

dst@dst.tux4web.de info@dadadada.de